Projekt „Pause für den Frieden“

Obwohl wir in Deutschland seit Jahrzehnten ein Leben in Frieden und Freiheit genießen dürfen, gehört zur ungeschönten Wahrheit, dass in der Welt viele Kriege geführt werden, verbunden mit Tod, Verwüstung und Leiden. Häufig werden die Kriege spätestens nach der nachrichtlichen Meldung wieder verdrängt.

 

Der brutale, völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen die Ukraine, den der russische Präsident W. Putin gegen die ukrainischen Menschen führt, bedroht aktuell als reale Gefahr auch den Frieden in Europa und Deutschland.

 

Der Religionskurs der 10a (Herr Funke) der Sekundarschule in Nideggen hat unter dem Eindruck des schrecklichen Krieges in der Ukraine das Projekt „Pause für den Frieden“ initiiert. Die Schüler*innen (SuS) beschäftigten sich mit der Frage: Was können wir speziell an unserer Schule konkret tun? In diesem Zusammenhang entstand neben vielen Vorschlägen die Idee, einen Ort in der Schule zu schaffen, wo alle SuS sowie alle anderen Schulangehörigen, insbesondere in den Pausen, innehalten können, um sich mit den betroffenen Menschen in der Ukraine solidarisch zu zeigen, ihnen eine Stimme zu geben – gleichzeitig bietet der Ort aber auch die Möglichkeit, den eigenen Gedanken, Gefühlen (Sorgen, Ängste, Wut, Hoffnung) Ausdruck zu verleihen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Hierzu stellten die SuS Stellwände mit Informations- und Präsentationsflächen ins Foyer der Sekundarschule in Nideggen. Im interdisziplinären/fächerübergreifenden Austausch mit dem 10er-Technikkurs (Herr Steffen) wurde die Installation um einen „Friedensstamm“ erweitert. In den vom Schulträger (Stadt Nideggen) gestifteten Baumstamm bohrten die SuS zahlreiche Löcher (Hohlräume), in die die von allen SuS auf gelben oder blauen Blättern verfassten Gedanken in Wort und/oder Bild gesteckt und so von allen auch gelesen/gesehen und als Gesprächsgrundlage genutzt werden können.

 

Damit soll zudem der vielfach von einer lähmenden Frustration geprägten Frage: Was können wir/kann ich schon tun? entgegengewirkt werden, denn: Zu einem Tun ist jede(r) in der Lage: Nicht gleichgültig sein! Alle können (auch im Umfeld der Schule) Handwerker*innen des Friedens sein.

 

Auch wenn ein einzelner Mensch die Welt nicht verändern kann, eine noch so kleine Tat kann die Welt eines einzelnen Menschen verändern.

 

Die SuS wollen das Projekt nicht als eine einmalige, in sich abgeschlossene Aktion verstehen, sondern als „offene“ Initiative – so gibt es bereits weitere Überlegungen für eine gesamtschulische Aktion für den Frieden in der „Woche des Respekts“.

(W. Funke)

Es darf gefeiert werden!

Erfolgreiche Teilnahme an den Aktionswochen für Demokratie und Respekt des Landes NRW - die Sekundarschule Kreuzau/Nideggen zählt zu den fünf landesweit ausgezeichneten Schulen

Mit den „Wochen für Demokratie und Respekt“ wollte das Ministerium für Schule und Bildung zusammen mit allen Schülerinnen und Schülern in NRW ein Zeichen setzen. In Zeiten, in denen im gesamtgesellschaftlichen Diskurs ein Verlust an Respekt beklagt wird, sollten die Schulen zeigen: Wir treten ein für Werte unseres demokratischen Rechtsstaates und gegen jede Form von Gewalt. Wir wollen uns gemeinsam für ein Klima der Demokratie und des Respekts engagieren und dieses in unserer Schulgemeinschaft verankern. Alle Schulen waren aufgefordert, darüber nachzudenken, wie Demokratie und Respekt in Schulen gefördert sowie das Engagement gegen Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unterstützt werden kann.

 

Die Sekundarschule Kreuzau/Nideggen hat sich erfolgreich an den Aktionswochen beteiligt und zählt zu den fünf landesweit ausgezeichneten Schulen in Nordrhein-Westfalen.

 

Die Schüler*innen der Sekundarschule Kreuzau/Nideggen engagieren sich seit Jahren rege zu den Themen Demokratie und Respekt. Sowohl im Unterricht als auch in zahlreichen außerschulischen Projekten werden Demokratie und Respekt stetig gefördert. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, denn Respekt ist keine Zeit im Jahr, sondern eine Haltung und Lebenseinstellung. Andauernd fordert irgendjemand Respekt, Schülerinnen und Schüler auf dem Schulhof, Lehrkräfte in den Klassenzimmern, Ältere von Jüngeren, Trainer auf dem Sportplatz und und und … Gleichzeitig scheinen aber Mobbing, Unfreundlichkeit oder Beschimpfungen in allen Lebensbereichen an der Tagesordnung, sei es im Straßenverkehr, beim Arzt, in Internetforen oder auch nur in der Schlange an der Kasse.

 

Ziel der Arbeit an der Sekundarschule ist es, für allgemeingültige Werte wie Höflichkeit, Freundlichkeit oder Rücksichtnahme ein Bewusstsein zu schaffen und zu schärfen. Gewaltfreie Kommunikation, Fairness, Regelbefolgung, das Recht, die Dinge anders zu sehen… dies sind nur einige der Schwerpunkte der fest im Schulprogramm verankerten „Woche des Respekts“, die jährlich vor den Osterferien stattfindet. Neben dieser zentralen Projektwoche sind viele Aktionen, die die Schule mit Unterstützung von außerschulischen Partnern durchführt, fester Bestandteil der Demokratiererziehung an der Sekundarschule. Hierzu zählen unter anderem Workshops für den Jahrgang 6 in Zusammenarbeit mit der niederländischen Stiftung GIPS zum Umgang mit Menschen mit Behinderung, der missio Truck zum Thema „Menschen auf der Flucht“ ab dem Jahrgang 8, Juniorwahlen und Jugendpolitiktage für die Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 10, Bänke gegen Ausgrenzung auf den Schulhöfen und verschiedene Ausstellungen zu den Themen Demokratie und Menschenrechte.

 

Im Februar 2022 nehmen die Schüler*innen des Jahrgangs 7 an einer Informationsveranstaltung mit dem Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz zu den Themen „Mobbing und digitale Medien“ teil. Von Februar 2022 – Juni 2022 werden im Jahrgang 9 Workshops zum Thema „Prävention Sexualisierter Gewalt“ stattfinden.

 

Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW hat diesem Engagement der Schulgemeinschaft Sekundarschule Kreuzau/Nideggen nun ebenfalls Respekt gezollt: Im Rahmen der digitalen Abschlussveranstaltung unter Schirmherrschaft der Schulministerin Yvonne Gebauer am 02. Februar 2022, hatte die Schule die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen und wurde hierfür mit einer wertschätzenden Laudatio durch den Schauspieler und Moderator Tom Lehel und einem Scheck über 1.000,00 € belohnt.

 

Eine große Freude für die gesamte Schulgemeinschaft, die sich in ihrer Arbeit bestätigt sieht!

 

Foto: Caroline Dirrichs

Text: Marion Ahaus

Kreuzau, 3. Februar 2022